MIGROS VERTEILZENTRUM SUHR
PROJEKTWOCHE

Bergwald-Projektwoche 14. – 19. August 2016

Das Migros Verteilzentrum in Suhr hat nicht ohne Grund die Auszeichnung Friendly Work Space erhalten. Die Firma ist sehr engagiert gegenüber den Mitarbeitenden und vor allem auch gegenüber den Lernenden.

Vom 14. August bis am 19. August 2016 kamen alle Lernenden des Migros Verteilzentrum Suhr in den Genuss einer Waldprojektwoche, organisiert von der Bildungswerkstatt Bergwald. Das Arbeiten im und um den Wald ist Hauptbestandteil dieses Projekts. Der Kontakt zur Natur vermittelt wertvolle Eindrücke und die Lernenden spüren und erweitern ihre Grenzen. Durch unvergessliche Naturerfahrungen lernen die Jugendlichen was Nachhaltigkeit bedeutet und die Teambildung wird gestärkt.

Die Gruppe ist bunt zusammengewürfelt, bestehend aus allen Lehrberufen des MVS: Kaufleute, Köche, Produktionsmechaniker, Logistiker und Informatiker. Es sind auch grosse Altersunterschiede zwischen den Jugendlichen, von 15 bis 22 Jahren ist alles dabei.
Begleitet wurden die Lernenden von Marco Porta, zuständig für das Berufsbildungswesen und Jon Oehler, Jungkoch und verantwortlich für die Kochlernenden.

Die Reise beginnt am Sonntag-Nachmittag. Die Sonne strahlt am Himmel, wie auch die Gesichter der Lernenden, die sich auf eine Woche Abwechslung zum Arbeitsalltag freuen dürfen. Treffpunkt ist in Aarau, mit dem Zug reist die Gruppe nach Gryon.
Im Dorf angekommen, warten die Leiter von der Bildungswerkstatt Bergwald bereits.
Mit Puch-Geländewagen geht die Fahrt weiter bis zu einem alten Ferienhaus, welches für die nächste Woche das Zuhause der Gruppe ist.
Es bietet nicht den höchsten Komfort, jedoch eine atemberaubende Aussicht.
Kaum angekommen und schon geht das Rennen auf das beste Zimmer los.
Die zwei Mädchen teilen sich ein Zimmer, die Jungs verteilen sich auf die anderen drei Zimmer.

Die nächsten fünf Tage sind gefüllt mit viel Action, Abenteuer und Spass, jedoch auch mit harter Arbeit. Drei verschiedene Arbeitsplätze warten auf die Jugendlichen.

Arbeitsplatz Nummer 1 kann nur zu Fuss erreicht werden, eine einstündige Wanderung gilt es zu bewältigen, am Ende wird man jedoch mit einem fantastischen Ausblick belohnt.
Die Aufgabe der Gruppe besteht aus dem Instandstellen der Wanderwege. Mit Wegpickel und Wiedehopfhaue werden die Wege breiter und sicherer gemacht. Auch Treppenstufen werden angebracht. Die ersten glücklichen Wanderer weihen die neuen Wege bereits ein.
Am Abend kann die getane Arbeit bewundert werden und der verdiente Feierabend wird mit einem erfüllten Gefühl genossen.
Am zweiten Arbeitsplatz wartet ebenfalls eine anspruchsvolle Aufgabe. Hier werden alte Stege, die zum Teil bereits morsch sind, demontiert und neu aufgebaut.
Dazu muss erst einmal das neue Holz herangeschafft werden. Es muss vom Auto an die Arbeitsstelle getragen werden, Muskelkraft ist gefragt.
Als erstes werden entsprechende Gräben ausgehoben, damit der Steg einen sicheren Halt bekommt. Jetzt werden die untersten Tragebalken verlegt. Danach können die zwei tragenden Längsbalken angeschraubt werden. Zum Schluss werden die zugesägten Holzleisten einzeln angenagelt. Fertig ist der neue Steg, welcher die Wanderer sicher über unebene und sumpfige Stellen führt. Die stolzen Jugendlichen dürfen sich als Abschluss mit ihrem Namen auf dem Steg verewigen.

Der dritte Arbeitsplatz verspricht ebenfalls eine aufregende Aufgabe. Die Gruppe darf selber einen Baum fällen, natürlich unter professioneller Anleitung. Zu Beginn wird der richtige Umgang mit der Axt geübt. Mit der richtigen Technik wird das Arbeiten mit der Axt zum Kinderspiel, nach einiger Zeit jedoch auch anstrengend.
Auch der theoretische Teil darf nicht fehlen. Mit viel Geduld und Freude erklärt der Leiter die verschiedenen Schritte zum Fällen eines Baums.
Mit der Axt und der Zweimann-Säge wird der Fallkerb und der Fällschnitt angelegt, welche die Fallrichtung des Baumes beeinflussen. Anschliessend kommt die Motorsäge zum Einsatz.
Am Schluss wird der Baum mittels einer Eisenkette an einem grossen Traktor befestigt, dieser erledigt den Rest der Arbeit. Der Baum fällt krachend auf den Waldboden.
Der gefallen Baum wird mit der Motorsäge in kleinere Abschnitte zersägt und entastet.
Nun widmet sich die Gruppe dem Baumstumpf. Die nun ersichtlichen Jahresringe verraten erstaunliche Fakten, zum Beispiel das Alter des Baumes oder die Schnelligkeit des Wachstums.
Zum Schluss gibt es noch einige Aufräumarbeiten zu erledigen. Die abgesägten Äste werden gesammelt und auf einem Haufen deponiert. Der Wald soll sauber verlassen werden, damit das natürliche Umfeld nicht gestört wird. Nach getaner Arbeit kehrt die Gruppe glücklich und zufrieden zu ihrer Unterkunft zurück.

Als Belohnung für die schweisstreibende Arbeit lädt die Gemeinde Gryon die Gruppe zum Minigolf spielen ein. Eine willkommene Abwechslung. Für Pilz-Begeisterte bietet sich ausserdem die Möglichkeit die Bergwaldleiter zum Pilzsammeln zu begleiten.
Nach einem gemütlichen Nachmittag folgt ein weiteres Highlight. Das Küchenteam hat ein phantastisches Abendessen vorbereitet; verschiedene Grilladen und köstliche Beilagen. Bei gemütlichem Beisammensein wird der letzte Abend in vollen Zügen genossen.

Der letzte Tag ist bereits angebrochen. Einige nehmen sich den Hausputz vor, andere kehren zum letzten Mal an den Steg-Arbeitsplatz zurück um die angefangen Arbeiten abzuschliessen und die Werkzeuge zu putzen.
Die Heimreise naht, mit schwerem Herzen nehmen die Jugendlichen Abschied.
Es war eine phantastische Woche mit vielen Erlebnissen und Höhepunkten.
Die Gruppe wird sich noch lange an diese unvergessliche Zeit erinnern, wie auch an die tollen Momente als Gemeinschaft und an das erlernte Wissen. Au revoir Gryon!